
Das Pulverfaß in der Hardtberger SPD
ist explodiert
Die Sozialdemokraten im Westen Bonns sind führungslos. Die Querelen innerhalb der einstigen Volkspartei spielen sich nicht nur auf Bundesebene ab, die mit einem Ergebnis von 23,0 Prozent der Zweitstimmen bei der zurückliegenden Bundestagswahl ihren schlechtesten Stand seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland erleben mußte, sondern auch die untergeordneten Verbände sind krisengeschüttelt. Seit zwei Jahren schwelt es im SPD Ortsverein Bonn-Hardtberg. Nach einer Amtszeit von einem dreiviertel Jahr trat der Vorsitzende des etwa 300 Personen starken Vereins, Winfried Persch, zurück mit der Begründung: „Ich bin damals angetreten, um Frieden im Ortsverein zu schaffen. Das ist mir leider nicht gelungen.“ Von elf Vorstandsmitgliedern sind nur noch drei übrig geblieben, darunter die Abiturientin Nina Horré, die in der Vergangenheit durch ihre Arbeit in der radikal linken „BezirksschülerInnenvertretung“ sowie durch ihre Agitation gegen die Bürgerbewegung pro NRW negativ aufgefallen war.
Perschs Vorgänger Dominik Loosen blieb ebenfalls nur ein dreiviertel Jahr im Amt. Vor Loosen war der Vorsitzende Joachim Conradus im Stande, die Disziplin im Ortsverein zu wahren. Seit seinem Rücktritt im Jahre 2007 setzte eine Abwärtsspirale ein. Im Juni 2008 trat Uwe Naß von einem Ratsmandat zurück und aus der Partei aus. Vor drei Monaten verließ der lokale SPD-Wahlkampfleiter Michael Klewitz den Vorstand. Zur Bewertung der Ereignisse durch den Vorstand führt Persch aus: „Wir haben wegen der Bundestagswahl dicht gehalten und sind erst einen Tag vor der Wahl offiziell zurückgetreten.“
Der Scherbenhaufen drängt die Sozialdemokraten vom Hardtberg zum Handeln. Kommissarisch wird der Unterbezirksvorsitzende Ernesto Harder die Führung der Amtsgeschäfte des Ortsvereins übernehmen. Er versucht zu beschwichtigen, die Lage sei „nicht so dramatisch“. Die nächsten Schritte umreißt Harder: „Ich habe mit allen Beteiligten gesprochen und das weitere Vorgehen festgelegt. Ich werde mich jetzt mit den restlichen Vorstandsmitgliedern zusammensetzen und eine Mitgliederversammlung einberufen.“
„Während bei den Sozialdemokraten am Hardtberg Krisenbewältigung angesagt ist, kann sich die Bürgerbewegung pro NRW nicht beklagen. Parteifreund Markus Rodrian ist am 30. August für pro NRW in die Bezirksvertretung des Bonner Westens gewählt worden. Die Altparteien vor Ort reagierten panisch und taten ihre 'Bestürzung' dem General-Anzeiger Bonn kund“, stellt der pro-NRW-Kreisvorsitzende und designierte Ratsherr der Stadt Bonn, Nico Ernst, fest. „Im Bezirk Hardtberg werden wir künftig die Politik mitgestalten. Die übrigen Parteien mögen sich um die eigene Achse drehen, derweil werden wir den Normalbürgern im Kommunalparlament eine Stimme verleihen. Themen wie die im Bezirk überhandnehmenden Einbrüche, über die die Bürger uns an den Infoständen vor Ort ihr Leid klagten, setzen wir auf die Tagesordnung.“
Zoff in der Hardtberger SPD









