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Die aufgeschobene Sanierung des historischen Rathauses

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Das Rathaus in einem besseren Bauzustand: 1904


Seit 1992 ist die Sanierung des historischen Rathauses am Markt vorgesehen, doch getan hat sich in den zurückliegenden 17 Jahren wenig. 1998 appellierte der damalige Oberbürgermeister Daniels an den Rat: „Die Visitenkarten unserer Stadt muß dringend saniert werden.“ Resultat war bloß die Erneuerung der Außentreppe. Heutzutage ist das Gebäude nicht vollständig wetterfest, die Fassade wie auch die Sanitäranlagen befinden sich in einem mangelhaften Zustand und die Betriebskosten erreichen astronomische Höhen. Der dringende Handlungsbedarf ist offensichtlich.


Obwohl die scheidende Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann zu Beginn des Jahres äußerte, sie schäme sich, Gäste im Rathaus zu empfangen, ließ sie stets auf Grund der angespannten Haushaltssituation den entsprechenden Sanierungsposten aus dem Etat streichen. Das Konjunkturpaket II bringt nun den erhofften Geldsegen. Aus den zur Verfügung gestellten 47 Millionen Euro werden 4,4 Millionen Euro in die Ausbesserung des Repräsentationsobjektes fließen. Auf die Frage nach dem Beginn der Sanierungsmaßnahmen antwortet die stellvertretende Stadtsprecherin Monika Hörig: „Voraussichtlich im Februar kommenden Jahres.“

„Hier bewahrheitet sich ein altes Sprichwort: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die etablierte Politik glänzt in diesem Fall mit Widersprüchlichkeit: Einerseits befinden sich Parteifunktionäre auf EU-Ebene, die den Privathaushalten immer schärfere Normen für den Energieverbrauch vorschreiben, und kommunale Vertreter derselben Parteien tragen über Jahre und mitunter Jahrzehnte nicht dafür Sorge, ebendiese Grenzwerte bei öffentlichen Gebäuden einzuhalten“, gibt der pro-NRW-Kreisvorsitzende und designierte Ratsherr der Stadt Bonn, Nico Ernst, zu bedenken. „Ferner hätte der Rat in den 1990er Jahren die Arbeiten viel unkomplizierter finanzieren lassen können. Im historischen Rathaus wird sich mein künftiges Büro für die Ratsarbeit befinden. Die Mängel außer- und innerhalb dieses Wahrzeichens unserer Stadt werde ich im Auge behalten. Am Markt darf auf gar keinen Fall eine Ruine entstehen.“

 

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